Endogene Wachstumstheorie: Das Romer-Modell

Von Prof. Dr. Andreas Beivers

Paul Michael Romer (*1955) ist ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Träger des Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften 2018.

Die Wachstumstheorie ist ein Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre und untersucht Ursachen und Auswirkungen von wirtschaftlichem Wachstum. Die ersten Theorien zum Wachstum entstanden Ende des 17. Jahrhunderts in der Zeit des Merkantilismus. Im 18. und 19. Jahrhundert folgte die klassische Wachstumstheorie, die unter anderem durch Adam Smith oder auch David Ricardo geprägt wurde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in der Blütezeit der Industrialisierung, wurde die Wachstumstheorie unter anderem durch Joseph Schumpeter oder auch die exogene Wachstumstheorie nach Solow (das Solow-Modell der neoklassischen Wachstumstheorie) erweitert. Den neoklassischen Wachstumstheorien folgend ist der technische Fortschritt die entscheidende Determinante für Wachstum. Da technischer Fortschritt aber nicht von den Modellen erklärt werden konnte, sondern als exogener Parameter einfließt, werden diese Modelle auch exogene Wachstumsmodelle genannt. Mitte der 80er-Jahre entwickelte unter anderem Paul Romer die endogene Wachstumstheorie. Diese versucht, das langfristige Wachstum ohne den Rückgriff auf exogene Prozesse zu erklären. Innerhalb dieser endogenen Wachstumstheorien lassen sich zwei Modellgruppen unterscheiden. Die erste Gruppe verwendet Mechanismen, die die abnehmenden Grenzerträge des Kapitals, eine der Grundfunktionen der neoklassischen Produktionsfunktion, überwinden. Dadurch kann im Modell unabhängig von exogen gegebenem technologischen Fortschritt Wachstum generiert werden. Die verschiedenen Ansätze der endogenen Wachstumstheorie unterscheiden sich dabei. Romers Ansatz fokussiert dabei auf den Forschungs- und Entwicklungssektor, der bestehende Technologien ständig verbessert und somit zu langfristigem Wachstum führt. Demzufolge sind die Akkumulation und der Einsatz von Humankapital, Wissen, Forschung und Entwicklung sowie neue Produktionsverfahren zentrale Elemente einer Wachstumspolitik. 


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